Zurück

Die Kraft der Gedanken

Gedanken sind eine mächtige Kraft, die enorm viel in unserem Leben bestimmen. Spätestens, wenn wir formell meditieren bemerken wir viele Gedanken sich da tummeln. „Es denkt“ beinahe ununterbrochen und oft nicht unbedingt nachverfolgbar oder logisch. Fühlt sich manchmal ein bisschen wie eine Popcorn-Maschine an. Fast jeder Gedanke schickt die Botschaft: Denke mich, glaub mir, ich bin wichtig, ich bin wirklich. Diese gedankliche Aktivität löst blitzschnell chemische Reaktionen aus, die uns zum Handeln vor sich hertreiben.

Wir wählen vielleicht die Meditation oder einen anderen spirituellen Weg, um die Gedanken „loszuwerden“, viel Erfolg dabei. Das Denken hat, wohlwollend bemerkt und begleitet, selbstverständlich eine sehr wichtige Funktion und wird gebraucht, um Richtungen im Leben zu wählen, Strategien zu überlegen, Herausforderungen, Probleme zu analysieren usw.

In vielen Fällen denkt es einfach kreuz und quer, die Gedanken laufen unterhalb unseres Gewahrseins, haben aber trotzdem großen Einfluß auf das was wir tun oder nicht tun. Sie können, wahrgenommen, unsere Verbündeten sein oder im Verborgenen uns ziemlich durcheinander machen.

 

Man muß sich auf durchdringende Weise all dessen bewusst sein, was entsteht. Dann kann der Geist Einsicht in die wahre Natur der Erscheinungen gewinnen.

Sayadaw U Pandita


In der Einsichtsmeditation geht es zuerst einmal vor allem darum es mitzukriegen. Den Ansturm von großartigen Ideen, Horror-Szenarien, Tagträumereien, Zweifel, Verlangen, Aversion, das ganze Sammelsurium von gedankengestützen Geistes- und Herzenszuständen. Wir beobachten ihr unaufhörliches Kommen und Gehen, letzten Endes auch die Substanzlosigkeit, obwohl sie so überzeugend daherkommen. Die gesamte Show von „es war, es wird sein, es könnte sein, es hätte sein sollen, es kann nicht sein“ usw. hält uns gefangen, und wir warten angespannt auf den nächsten Akteur.

In der Meditation haben wir die luxuriöse (fühlt sich nicht unbedingt so an) Situation, dass wir es nur wahrnehmen müssen und entspannt verfolgen können was mit diesen Gedanken, wenn wir sie in Ruhe lassen, geschieht. Wir stellen mit etwas mehr innerer Ruhe fest, dass es auch Momente geben kann, in denen es nicht denkt, aufatmen, Freiheit für Augenlicke.......

Wir können präziser sehen welche Gedanken auftauchen (Pläne, Erinnerungen, Phantasien, Reflektionen oder was auch sonst erscheinen mag), welche Art von gedanklicher Aktivität verstärkt auftritt, was passiert, wenn wir sie einfach lassen. Wie der Körper damit umgeht, was dort erscheint.

Wir brauchen das Denken, aber vielleicht können wir lernen uns nicht einfach davon herumschubsen zu lassen, können uns mehr Mitbestimmungsrecht sichern, mit unterscheidender Weisheit handeln.

 

Das Dharma der Weisheit, zu dem wir erwachen können, ist die Wahrheit, die genau dort ist, wo wir sind - wenn wir uns von unseren Fantasien und Erinnerungen lösen und uns auf die Wirklichkeit der Gegenwart einlassen.

Jack Kornfield

 

 Zurück

teilen / abonnieren:

FolgenAbo