Viel ist in der buddhistsichen Sichtweise die Rede von Begehren, Habenwollen, Verlangen als Ursache von Problemen, Leid, Stress, Unzufriedenheit oder wie immer man den Begriff „Dukkha“ , der sehr vieldeutig ist, passend übersetzen möchte. Man kann den Eindruck gewinnen, dass jeglicher Ansatz etwas tun zu wollen, jedwede Motivation eigentlich dazu führt, dass man sich in Schwierigkeiten bringt. Ist dem so oder gibt es eine Geistesqualität die es braucht, um sich in Bewegung zu setzen und Heilsames zu entwickeln, anzustreben!?
Von alleine passiert in der Tat nichts. Es braucht die Reflektion über die Motivation, es braucht die Auseinandersetzung mit unserer Situation als Mensch, unseren Herausforderungen, unserer Absicht bei unserem Handeln. Wenn wir das tun formiert sich eventuell eine heilsame Motivation und aus dieser entspringt unser Handeln in der Welt. Es entsteht z.B. der Wunsch einen spirituellen Weg zu praktizieren zu unserer Befreiung und zum Wohle aller Wesen. Das ist doch erst einmal eine gute Richtung.
Sollte sich dieser Wunsch-zu-tun (Chanda) gebildet haben, braucht es trotzdem eine Wachheit, denn auch auf diesem Weg können wir leicht abrutschen.
Immer wieder verstecken sich in dieser, an sich lauteren, Absicht gut getarnte Kumpels wie: ICH bin ja so gut viel besser als früher, ich bin besser als….., hoffentlich sieht jede/r auf welch heiligen Pfaden ich mich bewege, also Beweggründe die mein getrenntes Selbst stärken und abgrenzen gegenüber den anderen.
Fortschrittliche soziale Veränderung wird nicht eher wahrhaft wirkungsvoll sein bis die Aktivisten sich zu einer fortdauernden Untersuchung ihrer Motive, Reaktionen, Gewohnheiten und Glaubenssätze bekennen.
Was immer sich an anderer Motivation unbemerkt unter unseren heilsamen Wunsch-zu-tun mischt, hat das Potential uns Schwierigkeiten zu machen. Bauen wir mit unseren Bemühungen ein neues (besseres….) ICH, so ist diese Konstruktion nichtsdestotrotz der Vergänglichkeit ausgesetzt, es wird sich ändern, wir werden uns verabschieden müssen von dem großartigen Projekt, was immer es sein mag.
Das Meditationszentrum, die Gesundheit, das Haus, die Firma, die gemeinnützige Organisation, die Fußballmannschaft usw.
Der Wunsch-zu-tun tut gut daran sich mit der Haltung zu verbünden das Beste zu geben und mit dem Ergebnis gelassen umzugehen.
Ich zog in den Wald, weil ich den Wunsch hatte, mit Überlegung zu leben, dem eigentlichen, wirklichen Leben näherzukommen, zu sehen, ob ich nicht lernen konnte was es zu lehren hatte, damit ich nicht, wenn es zum Sterben ginge, einsehen müsste, dass ich nicht gelebt hatte.