Immer wieder gibt es im Leben Wendepunkte oder besser gesagt sind es oft Wendezeiten. Wir kommen in die Schule, wir rasseln in die Pubertät, die Liebe….., plötzlich endet unsere Schulzeit, Studium, Arbeit, wir entscheiden vielleicht das erste Mal selbst welchen Lebensweg wir gehen wollen. Wir gehen eine verbindliche Beziehung ein, übernehmen mehr Verantwortung, wir etablieren uns mit Job, Haus, Familie, machen Karriere, leben ein erfülltes Berufsleben. Dann altern wir, verabschieden uns von unseren Aufgaben bzw. verändern unsere Schwerpunkte. Wir entfernen uns langsam (manchmal brutal schnell) von unserem vertrauten Leben.
Dukkha ist das Leiden, das entsteht, wenn wir die Dinge anders haben wollen, als sie gerade sind.
Bei all diesen Ereignissen spielen Menschen eine Rolle. Wir haben Vorbilder, werden geprägt von den Menschen mit denen wir zu tun haben. Manchmal gibt es dramatische Ereignisse nach denen nichts mehr ist wie zuvor. Wir verlieben uns, wir gehen Verpflichtungen ein, wir werden Eltern, wir werden krank, wir verlieren Menschen die uns wichtig sind.
All diese Ereignisse sind eine Aufforderung inne zu halten, so bald wir dazu in der Lage sind (als Kinder, Jugendliche lernen wir wie der Laden läuft, sammeln Daten, um im Leben klar zu kommen) und das Glück haben aufgrund unterschiedlicher Lebenserfahrungen und Anregungen, tiefe Fragen zu stellen..
Irgendwann sind die Wendepunkte/-zeiten im Leben eine Einladung uns unser Leben genauer anzuschauen, ob es unseren tiefsten Wünschen, Sehnsüchten, Träumen entspricht oder eine mehr oder weniger gute Kopie von jemand anders ist.
Vielleicht nach den ersten Enttäuschungen und Verlusten hegen wir den Wunsch mit Wegen in Berührung zu kommen, die uns Handwerkszeug geben, um mit ruhigem Blick unser Leben zu reflektieren.
Durch Fehler und Irrtümer vervollkommnet sich der Mensch. Durch das Leid aber lernt er, daß alle Wege, die in Dunkelheit beginnen, zum Lichte führen müssen.
Wir entschließen uns einen Meditationskurs zu machen, anfangs vielleicht als Samsara-Management (Zen für Manager, Achtsamkeit in der Küche, Mantras für Siegertypen, Stressabbau, um besser zu funktionieren usw.), im Lauf der Zeit mit der Absicht tiefer zu verstehen, unserem Leben eine solide Basis zu geben, die uns durch die Wechselfälle des Lebens trägt.
Jede Herausforderung die eine Veränderung mit sich bringt begreifen wir dann als Chance. Wir versuchen die Tatsachen des Lebens zu erkennen und ihnen gemäß zu leben. Wir verstehen, dass Dinge „schief gehen“, nicht weil wir etwas falsch machen, sondern weil Veränderung, Leidhaftigkeit uns als Mensch eigen sind und verstanden, kreativ integriert sein wollen. Wir haben nicht die Kontrolle über das was uns in unserer Zeit auf diesem Planeten vorgesetzt wird, aber wir müssen damit klarkommen, unseren Frieden damit machen und Teil der Lösungen, nicht des Problems werden.
Wir möchten uns selbst (er-)kennen, unsere Stärken und Schwächen, wie zerbrechlich unser Selbstkonstrukt ist, um mit viel Selbstmitgefühl und einem möglichst weiten Herz durchs Leben zu gehen.
Bewahre mich vor dem naiven Glauben, es müßte im Leben alles glatt gehen. Schenke mir die nüchterne Erkenntnis, daß Schwierigkeiten, Niederlagen, Rückschläge eine selbstverständliche Zugabe zum Leben sind, wodurch wir wachsen und reifen, um unser Leben zu meistern.
Antoine de Saint-Exupéry: Aus: "Die Stadt in der Wüste"