Um den spirituellen Weg zu gehen braucht es Entschlossenheit und Geduld, wie verhalten sich die beiden zueinander!? Wir müssen uns immer wieder motivieren zur gegenwärtigen Erfahrung, in den jetzigen Moment zurückzukehren, dort anzukommen, zu bleiben. Das kann sehr mühsam sein, Millionen Dinge wirken viel spannender als dem Atem zu folgen (außer wir haben ein echtes Gesundheitsproblem mit unserer Atmung). Einatmen, ausatmen, einatmen- mein linkes Knie tut weh, wenn ich jetzt sitzen bleibe droht mir eine Knie-OP-einatmen, austamen-die Frau da drüben sieht aber interessant aus, vielleicht nach dem Retreat……-einatmen, ausatmen-was es heuet wohl zum Mittagessen gibt, oh Mensch ist mir langweilig und so geht es scheinbar endlos über innere Täler und Gipfel. Was heißt in dem Fall Geduld? Ich komme zur unmittelbaren Erfahrung zurück, sanft, aber eindeutig. Der Affengeist versucht alles, um am Steuer zu bleiben, die Gedanken drängen mich geglaubt zu werden, denk mich, ich bin echt wichtig.
Es ist nichts schwerer, als mit sich selbst Geduld haben – seine eigne Schwachheit zu tragen.
Entschlossenheit mag bedeuten, dass wir die Praxis einfach machen, ohne große Erfolgsaussichten, die Richtung ist klar, aber das Ziel nicht so wichtig. Ich mache die Praxis, ob ich Lust habe oder nicht. Bei all den Ablenkungen erinnere ich mach daran, weshalb ich praktiziere. D.h. oft, dass es nicht unbedingt eine unterhaltsame Sitzung, Gehmeditation sein muß, aber ich habe mich innerlich gestärkt, um auch dröge Phasen zu überstehen, ohne Ekstase. Spannend ist, wenn diese Entschlossenheit in Sturheit umschlägt.
Ich habe z.B. kurz nachdem ich die Tsunami 2004 überlebt hatte einen 3-wöchigen Vipassana-Retreat in Burma gemacht. Ich habe alle Sitzungen absolviert (von 3.30 bis 22h, Stunde sitzen, Stunde gehen, letzte Mahlzeit 10.30h)) in der Hoffnung, dass die Tatsache, dass ich erscheine auch bedeutet, dass jeden Moment Einsicht, Weisheit über mich hereinbricht, Pustekuchen. Ich habe mir mit meiner Sturheit nur bewiesen, dass ich zähneknirschend durchhalte und am Ende den armen Sayadaw gehasst habe. Ich hatte fast die gesamte Zeit Schmerzen und null Einsicht……
Es hat lange gedauert bis ich eingesehen habe, dass milde mit mir selbst das Tor zu Erkenntnis viel leichter öffnet statt martialischen Durchhalteparolen. Entschlossenheit bedeutet nicht unbedingt sich durchzubeissen, eigentlich heißt es dranbleiben, sich immer wieder neu zu motivieren, weitermachen.
„Geduld ist eine Tugend“, heißt es. Bedeutet das, dass wir einfach lächeln und alles ertragen sollen? Im Buddhismus ist Geduld eine kraftvolle Praxis, die nicht bedeutet, dass wir einfach alles tolerieren, sondern dass wir aktiv an unserem Geist arbeiten, um sicherzustellen, dass er nicht den störenden Emotionen zum Opfer fällt. Geduld gibt uns die Stärke, zum Nutzen von uns selbst und anderen tätig zu sein, und ist einer der Faktoren, die uns in Richtung Befreiung und Erleuchtung voranbringen.