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Adhiṭṭhāna: Entschlossenheit und Standhaftigkeit

„Adhiṭṭhāna stellt einen grundlegenden Begriff im Pālikanon dar, dessen tiefgreifende Bedeutung für die buddhistische Praxis von großer Relevanz ist. Dieser Begriff wird primär als „Entschlossenheit“ oder „Standhaftigkeit“ übersetzt und beschreibt eine feste Absicht sowie ein unerschütterliches Engagement, einen spirituellen Weg konsequent zu verfolgen und dabei auftretende Hindernisse zu überwinden. Diese Eigenschaft ist sowohl im alltäglichen Leben als auch auf dem Pfad zur Befreiung von Leid von entscheidender Bedeutung und bildet eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung heilsamer Geisteszustände.“

Zitat aus der Schatztruhe des Palikanon

 

Es braucht diese Eigenschaft, um an der Meditationspraxis dranzubleiben, gerade, wenn es mal schwierig wird. Es braucht auch viel Kreativität und Einfallsreichtum, um die Entschlossenheit zu stärken. Wir brauchen Inspiration, müssen uns immer wieder unsere Motivation vor Augen halten. Entschlossenheit rutscht auch manchmal in Sturheit, Verbissenheit ab. Zielorientierung ist notwendig und gleichzeitig oft ein Hindernis, da sie Erwartungen schürt, den blick einengt. Es ist ein Balanceakt auf dem Weg zu bleiben ohne an den Ergebnissen die die Praxis bringt (oder nicht) zu hängen.  Wie schaffen wir es entschlossen und nicht hartnäckig, stur zu werden!? Gute Frage…….

 

Je mehr uns solche vielleicht manchmal erhofften, aber auch unerwarteten angenehmen und unangenehmen Erfahrungen bewusst werden und wir sie annehmen können, desto eher lernen wir, offener und gelassener mit neuen und schwierigen Situationen umzugehen.

Sylvia Wetzel

 

Wir stärken unsere Entschlossenheit indem wir wach sind für unser Leben, im Kontakt wo wir uns wie bemühen, engagieren. Wir beschäftigen uns damit wo wir Zuflucht suchen und tatsächlich finden mögen. Wir vergewissern uns, dass wir in Richtung Weisheit, Wahrheit, Loslösung, Gelassenheit unterwegs sind. Wir suchen den Kontakt zu Gleichgesinnten, wir machen Platz in unserem Leben für die Meditation, die Reflektion, für Pausen, fürs Innehalten.

 

Es gibt traditionell vier Arten der Entschlossenheit:

„Paññā-Adhiṭṭhāna (Entschlossenheit zur Weisheit/Einsicht): Dies ist die feste Absicht, tiefes Verständnis und Einsicht in die Natur der Realität zu entwickeln. Es geht darum, die wahren Ursachen von Leid zu erkennen und zu überwinden, was die Grundlage für den gesamten buddhistischen Pfad bildet.

Sacca-Adhiṭṭhāna (Entschlossenheit zur Wahrheit): Hierbei handelt es sich um das unerschütterliche Festhalten an der Wahrheit und die Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit in Wort und Tat. Dies schließt die Erkenntnis der Vier Edlen Wahrheiten und das Leben in Übereinstimmung mit ihnen ein.

Cāga-Adhiṭṭhāna (Entschlossenheit zur Entsagung/Loslösung): Diese Entschlossenheit bezieht sich auf die feste Absicht, Anhaftungen, Gier und Egoismus loszulassen. Es ist die Kultivierung von Großzügigkeit (Dāna) und Nicht-Anhaften, die zu innerer Freiheit führt.

Upasama-Adhiṭṭhāna (Entschlossenheit zur Ruhe/Gelassenheit): Dies ist das Streben nach innerer Ruhe, Stille und dem Ende von Leid (Nibbāna). Es beinhaltet die Entwicklung von Konzentration (Samādhi) und die Beruhigung des Geistes, um einen Zustand tiefer Gelassenheit zu erreichen.“

Zitat aus der Schatztruhe des Palikanon

 

Bedenke: Ein Stück des Weges liegt hinter dir, ein anderes Stück hast du noch vor dir. Wenn du verweilst, dann nur, um dich zu stärken, aber nicht um aufzugeben.    

Augustinus

 

 

 

 

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