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Gewahrsein des Hörens

Wir stärken unsere Fähigkeit zur Wahrnehmung zum Zwecke der Einsicht: In was wollen wir Einsicht gewinnen:

Die 3 Tatsachen/Charakteristika des Lebens die wesentlich sind für unsere Glückstauglichkeit, aber dazu braucht es einen geschickten, wirklichkeitsnahen Umgang mit ihnen:

· Wandel, Vergänglichkeit

· Bedingtheit, nicht dauerhaft beglückend

· Nicht-Selbst, unabhängig, kein fester Kern, formiert sich ständig neu

 

Mit einer falschen Sicht, Interpretation entsteht Leiden. Die korrekte Antwort auf Veränderung, Herausforderungen erspart uns zusätzliches Leid.

· Statt Verlangen, Gier kultivieren wir Großzügigkeit

· Anstelle von Aversion, Widerstand entwickeln wir Mitgefühl, Freundlichkeit

· Wo Verwirrung, Ignoranz herrscht bemühen wir uns um Klares Sehen, was Sache ist

 

Wir können die Qualität der Unermüdlichkeit auch durch die Betrachtung der Vergänglichkeit aller Phänomene stärken. Betrachten wir nur all die Dinge, an denen wir anhaften – seien es Menschen, Besitztümer, Gefühle oder körperliche Zustände. Nichts von dem, was wir haben, niemand in unserem Leben und kein Geisteszustand ist frei von Veränderung. Nichts kann den universellen Prozess von Geburt, Wachstum, Verfall und Tod verhindern.

Joseph Goldstein

 

Wo geschieht das Leben?

Welche Bereiche des Rechten Gewahrseins, der Achtsamkeit, Geistesgegenwart gibt es? Was können wir dort lernen?
Man spricht von den 4 Grundlagen des Gewahrseins (der Achtsamkeit)

1) Körper (Sinneswahrnehmungen - Hören, Sehen, Spüren, Riechen, Schmecken)

2) Gefühlsempfindungen (vedana) angenehm - unangenehm

3) Geist und Herz (Geistesfaktoren)

4) Objekte des Geistes und des Herzens (dhamma)

 

Diese Welt ist nicht mehr
            als eines Tautropfens
            Zittern
            An einem herbstlichen Blatt
            Und doch -
                               Und doch –

Rick Fields

 

Wie hilft uns das Gewahrsein des Hörens? Das Gehörte findet immer im gegenwärtigen Moment statt, keine Vergangenheit, keine Zukunft, es geschieht jetzt. Vergänglichkeit begleitet die Erfahrung des Hörens ständig (außer irgendeine nervige Maschine besteht auf einer Dauerdröhnung…Stichwort Rasenmäher während des Retreats, Kuhglocken auf der Alm). Die Vogelstimme kommt, geht, das Musikstück erhält seine Spannung aus dem Auftauchen eines Tons, der Stille zwischen den Tönen, laut, leise. Wir können hören oder lauschen. Wie reagieren wir auf angenehme, unangenehme Geräusche? Was macht es angenehm bzw. unangenehm? Können wir Geräusche, Töne festhalten herbeizitieren (ausser wir entscheiden uns für etwas)? Macht nicht ihre Flüchtigkeit einen großen Teil ihres Reizes aus? Wie sehr erwarten wir Geräusche, Klänge, Töne? Wieviel Leid verursachen unangenehme Geräusche? Was schmerzt?

Wie interpretieren wir auftauchende Geräusche? Traktor nervt, Musikstück wundervoll, Stimmen die sofort eine Meinung in mir hervorzaubern.

Ich höre, also bin ich........

 

Auch das Mönchsgelaber gehört
Zur Mittagsstille. 

Issa

 

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