Zurück

Atembetrachtung

Um Sammlung, Konzentration, Geistesruhe zu entwickeln nehmen wir uns einen Anker (im Sitzen, Stehen, Gehen, Liegen usw.) und kehren immer wieder dahin zurück, dabei entsteht, mit etwas Engagement und viel Geduld, Ruhe.

 

Passadhi – bedeutet kühle Ruhe. Kühle und Ruhe des Geistes können nur auftreten, wenn das Hin und Her des Geistes und seine Aufgeregtheit aufhören.

Sayadaw U Pandita

 

Oft wird der Atem genommen. Das hat keinen geheimnisvollen, mystischen Hintergrund, er steht uns einfach immer zur Verfügung (wenn nicht haben wir ein echtes Problem). Es mag Fälle geben in denen es sich empfiehlt ein anderes Meditationsobjekt zur Sammlung zu wählen, z.B. den Berührungspunkt des Körpers mit der Unterlage, weil die Ausrichtung auf den Atem Stress bringt (Asthma oder Lungenprobleme). Aber meistens bietet sich die Atembetrachtung als Meditationsobjekt an, um Geistesruhe zu kultivieren.

 

Es ist so eine Art Hundetraining, tausend Mal und mehr „sitz“ und wieder „sitz“. Das Abschweifen vom Anker ist bereits Teil der Meditation, kein Fehler, sondern Anlaß zur Freude, wenn man es bemerkt. Der Atem kann eine Zuflucht sein, wenn der Geist umherirrt und bereit ist auf jeden noch so kleinen Impuls zu reagieren, ihm hinterher zu rennen. In der Regel schenken wir unsere Aufmerksamkeit demjenigen der am lautesten schreit. In der Geistesschulung üben wir mehr bewusst zu sein, wo unsere Aufmerksamkeit sich aufhält.

 

Der Atem als Anker, Zuflucht ist immer zugänglich, wenn wir als ersten Schritt uns damit beschäftigen wo wir die Bewegung des Atems am deutlichsten wahrnehmen, und uns damit die Möglichkeit eröffnen dahin zurückzukehren.

Es braucht genügend Sammlung, Geistesruhe um im weiteren Verlauf der Meditation genauer hinschauen zu können, tiefer zu verstehen, das braucht Übung, wie das Erlernen eines Instruments, eines Handwerks o.ä.

 

Der menschliche Geist sucht, unterschwellig oder sogar bewusst, einen Weg auf dem er zu Ruhe, Glück, und innerem Frieden kommt.

Ayya Khema

 

Wie läuft das ab:

1) die Achtsamkeit, das Gewahrsein auf den tem ausrichten

2) mit der Aufmerksamkeit, Achtsamkeit am Meditationsobjekt, dem Atem dranbleiben.

 

Wir können die Qualität unseres Atems wahrnehmen, ist er lang, kurz, rau oder sanft, holprig oder regelmäßig, fein oder grob. Es liegt an unserem Geschick die Übung interessant zu machen indem wir uns ganz dieser Atembetrachtung hingeben.

Es wird nicht zu vermeiden sein, dass andere Erfahrungen unsere Aufmerksamkeit erregen, aber wenn unsere Absicht ist mehr Ruhe in den Geist zu bringen, werden wir versuchen unsere geistigen Aktivitäten zu vereinfachen, uns die Chance geben immer wieder zum Ein/-Ausatmen zurückzugehen.

 

Das ist keine Raketenwissenschaft, leicht, aber nicht einfach.

 

Was immer im Geist auftaucht, taucht auf. Wenn es kommt, bist Du einzig dafür verantwortlich, ob du daran anhaftest oder nicht, ob du dich davontragen lässt oder nicht.

Tsoknyi Rinpoche

 

 Zurück

teilen / abonnieren:

FolgenAbo