Ich sitze kurz vor der letzten Abzweigung zum Nirvana, da kommt doch der Typ zu spät zur Meditation, die nimmt sich ja wieder zuviel/ zu wenig, der geht zu langsam/zu schnell. Was die da vorne erzählt, das könnte ich aber besser, wie sitzt der denn da, das gibt nie was. Zu laut, zu leise, zu aufgesetzt, zu ängstlich. Oh Mensch ich wollte ja nicht mehr urteilen (zu spät, da ist schon das nächste). Kann ich denn nicht wenigstens auf Retreat aufs Bewerten, urteilen verzichten (na da schon wieder). Kann ich das nicht abstellen, loswerden!? Ich sitze nicht lang, konzentriert genug (Urteil Nr. 87 für heute, Fortsetzung folgt).
Leiste ich vielleicht Widerstand gegen die aktuelle Erfahrung? Setze ich mich ins Verhältnis zu den anderen Meditierenden, besser, schlechter, gleich……
Auf dem spirituellen Weg lautet die zentrale Übung, wahrnehmen zu lernen, ohne das Wahrgenommene korrigieren oder beurteilen zu müssen.
Ist das hier ein buddhistischer Meditationswettbewerb!? Wer ist als erster erleuchtet!? Mensch bin ich doof, schon wieder verglichen (Urteil Nr. 123, Geschichte wird gemacht es geht voran). Die meisten Urteile fälle ich, sobald ich auf andere Menschen treffe (check it out). Auf Retreat beim Betreten der Meditationshalle, im Speisesaal, bei der Gehmeditation, das geht das lawinenartig ab, ich komme mit dem Zählen kaum hinterher.
Wie kann ich es stoppen beenden oder kann ich es wahrnehmen und den schmerz spüren den es mir verursacht!? Wo muß ich bewerten, urteilen, wie fühlt es sich an?
Anstatt in die alte konditionierte Gewohnheit zu fallen Ärger oder Furcht als schlecht anzusehen, sehen wir sie als Zustände des Leidens. Das erlaubt uns mit Mitgefühl zu antworten statt mit Ablehnung und Hass.
Erkennen, wahrnehmen, untersuchen, verstehen, innehalten. Wir können dem urteilenden Geist gestatten aufzutauschen, sein Ding abzuziehen und aufmerksam dabei sein. Wir schafft der Geist es sich auf diese Weise zu isolieren, eine Distanz zu anderen Menschen, Lebewesen zu schaffen. Wir und sie, ich und du, so entwickelt sich Trennung. Was veranlasst ihn dazu? Was isnd unsere Beweggründe? Was bezweckt die Weltmacht mit 3 Buchstaben, ICH, damit?
Wir brauchen unterscheidende Weisheit, aber nicht eine Meinung zu jedem Mist. In der Meditation kann ich erkennen wie wahnsinnig anstrengend das ist, wie erschöpfend. Vielleicht kann ich sogar die darunter liegende Energie sehen (die da wäre, selbst herausfinden, hihihi) und kontaktieren.
Unsere Arbeit bei der Praxis ist zu sehen wie wir uns zu unseren Gefühlen verhalten. Ärger taucht auf, Genervtsein, Angst - sowohl bei der formellen Meditation wie auch in unseren täglichen Beziehungen erscheinen diese Gefühle. Kannst Du ihrer gewahr sein?