In der Stille tauchen manchmal ungebetene Besucher auf. Angst gehört dazu. Ohne unser bewusstes Zutun stecken wir plötzlich in einer Spirale die stets neue furchterregende innere Bilder produziert. Wir haben Angst vor dem Ende der Sitzmeditation oder vor dem Beginn. Wir werden überflutet von möglichen Szenarien, bei denen eindeutig die schlecht ausgehenden die Oberhand haben. Freunde weg, unheilbare Krankheiten, Beziehung im Eimer, Job gekündigt, Wohnungsrausschmiss, Armut, Sinnlosigkeit und……..
Wir werden überwältigt, weggespült von apokalyptischen Phantasien. Highway to hell formulierten AC/DC. Da legt sich ein mächtiger Schatten auf unseren friedensuchenden Geist.
Was tun?
Die Eigenschaft der Untersuchung braucht Mut. Wir müssen zugeben was wir nicht wissen, und bereit sein die tiefsten Fragen des Lebens zu erforschen.
Als erstes aufwachen zu der Erkenntnis, da vollführt Angst ihr Tänzchen, da sind Gedanken und ich habe unter Umständen die Wahl auf den Zug aufzuspringen oder beim nächsten Halt auszusteigen. Ich muß mich nicht vereinnahmen lassen, ich muß kein Opfer sein, aber neugierig kann ich schon sein.
Wie halte ich den Laden am Laufen, welche Gedanken mit ihren Unterstützern spielen da eine Rolle? Spüre ich es im Körper, suche ich regelrecht nach einer Bestätigung, dass dieses Angstgefühl jetzt aber echt seine Berechtigung hat!? Wehre ich mich gegen irgendetwas (du musst meditieren, bloß nicht bewegen, keine negativen Gedanken bitte oder….).
Manchmal müssen wir, bevor wir sie beobachten können, uns der Furcht direkt stellen, müssen lernen wie wir mit der Angst vor ihr sein können. Wir stellen achtsam fest, wie sehr wir es grundsätzlich hassen uns zu fürchten.
Larry Rosenberg – Living in the light of death
Ist mir heiß, kalt? Wie blicke ich innerlich wohin, um mich abzulenken, zu bestätigen? Finde ich das total blöd oder bin ich interessiert herauszufinden was da los ist, wie das funktioniert? Kann ich mich der Angst annähern? Wenn ja wie nah und bin ich überzeugt, dass ich mich rechtzeitig davon verabschieden könnte, wenn der blanke Horror verhindert, dass es da eine Erkenntnis geben könnte.
Das Erkennen und Benennen kann hilfreich sein, um der Angst nicht völlig ausgeliefert zu sein.
Furcht verwirrt den Geist. Wenn wir ruhig und aufmerksam sind, fangen wir an auf eine weise Art zu sehen.
Sylvia Boorstein – Don`t just do something, sit there