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Karma - oder warum passiert das (mir)?

Ein klassisch verwirrender Begriff, leichthin benutzt, missverstanden, missbraucht. Was bedeutet das eigentlich? Karma hängt eng zusammen mit Ursache und Wirkung. 

Was wir tun hat seine Gründe und entsprechende Wirkungen. Wir legen los und bekommen unser Päckchen mit (woher auch immer, da kann man gerade zu Beginn nur spekulieren oder die Gene bemühen). Mit dieser Grundausrüstung starten wir und unsere Umgebung, vor allem am Anfang die Eltern, beeinflussen uns, gestalten mit (oft unbewußt, da sie ja manches auch nur weiterreichen), dann kommen FreundInnen, Vorbilder, Mentoren, die auch mitbasteln. Irgendwann stehen wir da, handeln, sind dem Handeln anderer ausgesetzt und müssen/wollen mit den Folgen leben. 

 

Meine Handlungen sind mein einziger wahrer Besitz. Ich kann mich den Folgen meines Handelns nicht entziehen. Mein Handeln ist der Grund, auf dem ich stehe.
Thich Nhat Hanh

 

Wenn wir viel Glück haben, bekommen wir die Chance uns in diesem gesamten Prozess zu verstehen. Wir interessieren uns für einen Weg der Selbsterkenntnis, möchten aus der „Nur-Opfer“-Rolle raus, werden neugierig und erforschen was da abläuft. Auf diesem Weg lernen wir, dass alles seinen Preis hat. Wie wir die Welt, unsere Mitmenschen behandeln, behandelt uns die Welt und unsere Mitmenschen. Mit viel Gewahrsein sehen wir wie Schwierigkeiten entstehen, was unser Anteil daran sein könnte, und welche Wege es zu mehr Freiheit geben könnte. Ich kann immer wieder aus dem Hamsterrad aussteigen, dem automatischen Piloten den Stecker ziehen. Auge um Auge macht die ganze Welt blind. Ich kann aufwachen zu meinen eigenen Wertvorstellungen und muß nicht mit gleicher Münze zurückzahlen.

 

Was ist Karma denn nun wirklich? Ganz einfach formuliert, bedeutet es, dass alles, was wir tun – mit Körper, Rede oder Geist – entsprechende Ergebnisse hervorbringt.

Sogyal Rinpoche

 

Mit viel Achtsamkeit kann ich dem Rad des bedingten Entstehens entkommen.

Ich kann Geiz mit Großzügigkeit begegnen, Gleichgültigkeit mit Wachheit, Gier mit Genügsamkeit, Haß mit Geräumigkeit oder gar Wohlwollen.

Ich kann nicht bestimmen was das Leben mir an Herausforderungen präsentiert, aber ich kann mir durch Geistesgegenwart ein Mitspracherecht erwerben, wenn es um meine Reaktion, meine Antwort darauf geht.

Es wäre übersichtlicher, wenn die „Bösen“ immer schlecht dabei wegkommen würden und die die „Guten“ belohnt, aber das Geflecht und die Verwobenheit des Lebens ist komplexer, wir können es nicht wirklich nachverfolgen, sondern nur staunend zur Kenntnis nehmen und uns an unseren inneren Kompass erinnern, d.h. was ist uns wichtig, wie wollen wir behandelt werden, wie wollen wir in die Welt wirken.

 

Spricht oder handelt eine Person aus unheilsamen Geisteszuständen heraus, folgt ihr Leiden, so wie der Wagen dem Ochsen folgt, der ihn zieht. Spricht oder handelt eine Person aber aus heilsamen Geisteszuständen heraus, folgt ihr Freude, so sicher wie ihr eigener Schatten ihr folgt.

Buddha

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