Immer wieder stellen wir uns Fragen die unser Leben betreffen, gerade, wenn wir älter werden wird es wichtig.
Es gibt die kleinen Fragen wie ernähre ich mich, bewege ich mich genug, stimmt mein Gewicht, kümmere ich mich um meine Gesundheit usw.
Dann gibt es die Fragen die sich eher um unsere aktuelle Befindlichkeit drehen, um unsere emotionale Verfassung. Mute ich mir zuviel Stress zu, mache ich mir zu viele Sorgen, kümmere ich mich um mein Wohlbefinden.
Dann gibt es die großen Fragen, auf die es nicht wirklich Antworten gibt. Was ist die Bedeutung des menschlichen Lebens, meines Lebens? Was ist mir wirklich wichtig im Leben? Wie lebe ich ein sinnerfülltes Leben? Was geschieht, wenn ich sterbe?
Die Gesetze, welche die rechten Beziehungen in der Politik, in der Ehe oder im Beruf regeln, sind dieselben wie die, die unser inneres Leben regeln. Jeder dieser Bereiche verlangt eine Befähigung zum Engagement und zur Beständigkeit, die Fähigkeit, unseren wahren Platz einzunehmen.
Die erste Kategorie an Fragen beantworten wir eigentlich ständig bzw. sind damit beschäftigt. Mit was füttere ich mich im weitesten Sinn, was esse, trinke ich, was konsumiere ich, was ziehe ich mir an Informationen rein, mit was ernähre ich meinen Geist? Wie führe ich ein gesundes, freudvolles Leben? Auf was könnte, sollte ich verzichten und wie mir stattdessen Gutes tun?
Muß ich echt immer alles aufessen? Noch mal WhatsApp checken, braucht es das? Wieviele Nachrichtensendungen müssen es sein? Noch ein Cappuccino, der bringt es dann!? Wieviele CDs noch? Wieviel mehr an Besitz, Aktivitäten kann ich wirklich noch nutzen, genießen?
Wenn es in der zweiten Kategorie von Fragen um unsere emotionale Verfassung geht bekomme ich es schnell mit Selbstbildern zu tun, Vorstellungen wie ich bin bzw. sein sollte. In der Meditation kann ich unmittelbar spüren was mich anstrengt, stresst, wo ich an einem ICH bastle und damit kämpfe, dass ich etwas zusammenschustere was ständig wieder auseinanderbricht. Der Wunsch nach Beständigkeit, Sicherheit, Berechenbarkeit verursacht eine Menge Leid. Ich brauche einen Plan, eine Vision, aber für das Tagesgeschäft muß ich anwesend sein, sonst verliere ich mich in Illusionen, immer leicht neben der Spur.
Alles was nach „Ich bin……“ kommt, engt ein, stimmt das? Wieviel „Ich“ braucht es, wie kann ich eine Identität haben und nicht an ihr kleben? Macht mir jemals ein anderer Mensch Stress oder ist das alles letzten Endes Marke Eigenbau? Wie füttere ich die „Sorgenmaschine“ damit sie läuft?
Es scheint kaum jemanden zu stören, dass Studenten nichts über Ethik und den inneren Weg lernen, obwohl dies für die Menschwerdung unverzichtbar ist.
Die großen Fragen wollen gestellt sein, aber oft liefern sie keine eindeutigen Antworten. Wir stellen sie uns und schaffen Geräumigkeit, damit Bilder, Gefühle, Visionen auftauchen können, die uns Frieden schließen lassen mit unserem Leben und der Welt in der wir uns bewegen.
Was sind meine großen Fragen? Wie kann ich ihnen Raum geben? Kann ich ab und zu den Pausenknopf drücken und nachspüren, ob ich überhaupt Fragen habe, die übers Tagesgeschäft hinausgehen?
Die größte Disziplin scheint darin zu liegen, den Wunsch aufzugeben, die Art und Weise zu kontrollieren, wie wir belohnt werden, und auf die natürliche Enttäuschung zu verzichten, die sich aus der Erwartung einer genauen und angemessenen Gegenleistung ergibt.