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Schläfrigkeit auf dem Kissen und…….dann

 

Die Meditation beginnt gleich ich sitze (!!!) in den Startlöchern. Versenkung, tiefer Frieden, Erkenntnisse, ein Herz so weit wie die Welt erwarten mich und dann………Nebelschwaden vor dem inneren Auge, der Körper wird bleischwer, die Augenlider zieht es runter, ich kippe leicht nach vorne, schrecke hoch, uff gerade noch den einfachen Fall nach auf den Vordermann verhindert. So jetzt aber wach bleiben, wahrnehmen, achtsam sein……und schon wieder schleicht sich der Schlaf, komatöse Erschöpfung in mein System.

Was ist denn da los? War vielleicht ein bisschen viel in letzter Zeit. Die Meditation findet zu früh/zu spät statt. Zuviele Sitzungen, zu wenig Bewegung, so kaputt, das kann doch gar nicht sein. Ich will erwachen und schaffe es keine 10 Minuten dem atem zu folgen und beim offenen Gewahrsein entschwinde ich ins Nirvana der Armen, den Tiefschlaf (so weit es auf dem Kissen sitzend möglich ist).

Ursachenforschung, was sind die Hintergründe?

Bin ich einfach nur hundemüde? Bin ich krank? Bin ich im Widerstand (stille Meditation eine gute Idee, aber da beißen sich Anspruch und Wirklichkeit)? Ist das die Bremsspur aus dem Alltagsstress?

 

Der Dämon der Trägheit und Lethargie hält sich an die Vogel-Strauß-Strategie und denkt: „Was ich nicht anschaue, tut mir auch nicht weh“. Wenn Schläfrigkeit aufsteigt, ohne dass wir wirklich körperlich müde sind, ist dies oft ein Zeichen des Widerstands.

Jack Kornfield – Frag den Buddha

 

Wieder mal erkennen (wie originell) und milde mit uns umgehen. Müdigkeit, Schläfrigkeit achtsam zu begleiten kann recht mühsam sein, denn sobald wir genauer hinschauen verschwimmt es, entwindet sich unserer Aufmerksamkeit. Trägheit, Lethargie kann ein Versuch sein, uns vor unangenehmen Gefühlen zu schützen, vor Angst, Einsamkeit, Sorgen, Leere, Verlust der Kontrolle, Niedergeschlagenheit, Wertlosigkeit usw.

Ruhe, Stille kann dem ansonsten sehr geschäftigen Geist, der sich in einer stets reizvollen Umgebung bewegt die Botschaft vermitteln, „nix los hier“, du kannst auf Energiesparmodus umschalten.

Zeit für Experimente: Vielleicht doch eine Mütze Schlaf, Entspannung, Sauna, einen meditativen Spaziergang einlegen, aufstehen, tief atmen oder …….

Alle diese Gegenmittel möglichst ohne Bewertung, Urteil mit großem Mitgefühl für uns selbst. Unser Körper muß kooperieren, sonst wird das nichts. Ein bisschen Druck, Entschlossenheit, eine große Portion Sanftheit und Kontinuität.

Seid gut zu euch, das Leben ist schon hart genug.

 

Dumpfheit und Mattheit oder Müdigkeit (thina-middha).

Es ist das Gefühl der Schläfrigkeit, wohlbekannt vor allem in der Meditation. Wir möchten abschalten, umfallen oder -sinken, uns hinlegen, einschlafen… Wir fühlen uns ohne Energie, ohne Enthusiasmus, schwerfällig, müde, erschöpft – oder faul, bequem und uninspiriert. Es ist offensichtlich, dass wir in diesem Zustand weder Ruhe, Sammlung oder Stetigkeit entwickeln noch Erkenntnis erfahren können.

Fred von Allmen

 

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